Berliner Erklärung

Wir haben uns hier zusammen gefunden, um unseren Gefühlen
von massiver Ungerechtigkeit eine gemeinsame Stimme zu
verleihen. Dieses Gefühl der Ohnmächtigkeit gegenüber
gewissen Gruppen unserer Gesellschaft vereint uns nicht
nur hier und heute, sondern auch mit allen Menschen,
die heute und zukünftig nicht dabei sein können.

Solidarität mit den Schwächeren unser Gesellschaft
zeichnet ehrliche Menschen aus.

Es kann nicht sein, dass in unserer Stadt öffentliches
Gut für ’nen Apfel und ’nen Ei verschleudert wird und
die Politiker sich hinter dem Slogan „es war eine
Notwendigkeit“ verstecken.

Diese Politiker haben es sich in der jüngsten
Vergangenheit zu einfach gemacht und sich bei Fragen
der betroffenen Menschen hinter ihrer Partei und der
jeweiligen Immunität versteckt.

Das findet hier und heute nun ein Ende. Wer sich in ein
Parlament hinein wählen lässt, hat die Verantwortung
gegenüber uns Menschen nicht mit der Wahl abgegeben,
sondern erhält diese erst damit.

Es ist nun unsere Notwendigkeit, gegen die unsozialen
Eigeninteressen einzelner Gruppen, die außerhalb und
gegen unsere Gemeinschaft agieren, die Stimme der
Vernunft zu erheben und unsere gemeinsamen Anliegen
mit aller Kraft einzufordern.

Wir haben keinem Politiker, keiner Partei und auch
keinem Konzern erlaubt, die Kontrolle über unser
aller Gemeinwohl zu erlangen und damit ihre jeweiligen
Eigeninteressen zu befriedigen.

Politiker,Parteien und Konzerne,beantwortet unsere Fragen:

Wer hat euch die Entscheidung eingeräumt, unsere
Kindergärten, Schulen und Universitäten kaputt zu sparen ?

Wer hat euch die Entscheidung eingeräumt, die
Sozialbindungen vieler Wohnungen in unser Stadt
zu kündigen und damit unendlich viel Leid über uns
Menschen kommen zu lassen ?

Wer hat euch die Entscheidung eingeräumt, Lohndumping
im öffentlichen Dienst zu ermöglichen ?

Wer hat euch die Entscheidung eingeräumt, unsere Energie-
und Wasserbetriebe zu privatisieren ?

Wer hat euch die Entscheidung eingeräumt, über Jahrzehnte
gewachsene Kulturzentren zu zerstören ?

Wer hat euch die Entscheidung eingeräumt, so unmenschlich
mit euren Mitmenschen umzuspringen ?

Wir geben euch die Antwort :

Ihr habt euch die notwendige Entscheidungsgewalt durch
verachtende parlamentarische Possen angeeignet.

Wir haben euch diese definitiv nicht gegeben.

Ab heute werden wir euch Tag für Tag Fragen stellen
und diese solange wiederholen, bis ihr uns unsere
berechtigten Fragen beantwortet. Wir werden überall
da sein, wo ihr seid und unsere Fragen klar und
unmissverständlich formulieren und vortragen.

Menschen von Berlin,

übt eure Freiheit als Menschen aus und versammelt
euch auf öffentlichen Plätzen. Schafft dort die
Handlungsebenen, um eure Probleme, Sorgen, Nöte und
Wünsche zu formulieren und tragbare Lösungen für euch
gemeinsam zu treffen. Macht diese auch denen zugänglich,
die nicht dabei sein können.

26 Antworten to “Berliner Erklärung”

  1. Freespirit Oktober 15, 2011 um 11:32 am #

    Ich kann mich diesen Äusserungen nur anschließen! Danke

  2. Eli Sabeth Oktober 15, 2011 um 11:39 am #

    Aum Sri Ganeshaya namaha !

  3. anna-LI-m. berger Oktober 15, 2011 um 12:50 pm #

    hallo an alle 99 %

    ich habe das eben gelesen und dabei geweint. sehr human, sehr treffsicher sehr berührend.

    wenn irgendein banker oder politiker noch den rest seines kalten herzens beleben
    kann, dann sollte er diese worte in sich bewegen. ich wage nicht, es zu glauben.

    aber: die geschichte hat uns gelehrt: man kann 1 menschen einmal belügen, man kann auch 2000 menschen 100 mal belügen, aber man kann niemals a l l e i m m e r
    belügen! so soll gerechtigkeit endlich walten******************************************************

    anna-LI

    • gendern Oktober 15, 2011 um 4:49 pm #

      Ich kann mich dem nur anschliessen… aber gendern wäre super!

      • Andreas Oktober 18, 2011 um 3:50 am #

        Kann man nicht einmal diese Geschlechterkampf draussen lassen?😦

        Egal ob Männlein oder Weiblein, wir sind alle Menschen!!! :-))

  4. Axel Mende Oktober 16, 2011 um 8:20 am #

    Vergesst nicht, Kapitalisten sind geistig kranke Menschen. Sie werden von einer Gier nach Geld und Macht getrieben und empfinden sich in einem Spiel. In einem Wettkampf mit gleichgesinnten kranken Geistern. Sie fühlen sich wie die Götter auf dem Olymp, die mit den Menschen spielten.

    Boykottiert die Wurzeln ihrer macht. Kauft überlegt und kritisch die notwendigen Waren des täglichen Lebens. Vermeidet „Blutwaren“ (I pod, Mac PC, Schokolade, Schnittblumen, u.v.m.)
    Seid selbstkritisch und entfernt den kapitalistischen Glauben aus Euch selbst.

  5. Leon Renner Oktober 16, 2011 um 9:27 am #

    Entschuldigt bitte! Eine solche Erklärung entwertet den Protest. Völlig undifferenziert von „diesen Politikern“ zu reden, die offensichtlich alle Macht in ihren Händen halten, ist pseudo-politisch. Ein Beispiel: Wer wann was privatisiert hat und wer nicht kommt überhaupt nicht vor. Als ob seit Jahren alles eine Soße ist. Wer hat denn in Berlin die Wasser- und Energiebetriebe privatisiert? Wisst ihr überhaupt, dass es Bestrebungen gibt, trotz laufenden Verträge das Wasser zu rekommunalisieren bzw. einen kommunalen Energieversorgen aufzubauen?
    Ihr bleibt leider in einer moralischen Empörung stecken, die offensichtlich keine Analyse kennt. Was setzt ihr dem entgegen? Das gesunde Volksempfinden? Na, Danke!

    • Martin Dieckhoff Oktober 18, 2011 um 8:32 am #

      Ganz sauber ist wohl keine Partei geblieben. Und mal nicht so viel Angst vor der Volksmeinung. Wir können ganz gut denken. Sicherlich unterschiedlich. Vielleicht macht es das aber gerade.

    • sigmundo Oktober 20, 2011 um 4:56 pm #

      ich würde mir auch eine etwas differenziertere betrachtungsweise wünschen. ohne diese kann so eine bewegung ganz schnell eine sehr negative richtung annehmen…

  6. borderline44 Oktober 16, 2011 um 9:52 am #

    Ich schließe mich an: http://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/a070.gif ! s.a.: http://youtu.be/L9DMkiD1wlw !

  7. Uwe-Jürgen Ness Oktober 16, 2011 um 9:59 am #

    Seht die Versammlung um 15Uhr? Vor dem Reichstagsgebäude?

  8. borderline44 Oktober 16, 2011 um 10:18 am #

    Ich schließe mich an! -und sage GLEICHZEITIG DANKE! -denn ich gehöre zu den schwächeren der Gesellschaft.

    Bitte ERKENNT aber auch auch die psychologischen Zusammenhänge, WARUM wir wie handeln und unterlassen und unsere Gesellschaft – Politik so destruktiv ist

    (-schließlich haben viele von uns IMMER WIEDER ihre Not gewählt und oder sind nicht einmal wählen gegangen).

    Denn der Staat = das Volk lässt sich nicht abschaffen, wir BRAUCHEN einen starken Staat, denn WIR sind das Volk und UNS gehört die Infrastuktur, die Sozialversicherung, der Wohnraum, das Wasser, der öffentliche Nahverkehr. Wenn wir ALLE einander achten und respektieren und die Schwächeren schützen, ANGEFANGEN bei den eigenen Kindern und deren Würde achten, deren ELEMENTAREN Grund- und Menschenrechte existentiellen Grundbedürfnisse achten, dann werden wir IMMER demokratisch sein. Denn Demokratie und Empathielosigkeit = Ignoranz = Gewalt schleißen sich aus.

    Wir sollten also nicht den Staat und das Gemeinwesen abschaffen, sondern die Grundhaltung ändern, die es möglich macht so destruktiv und zerstörerisch zu handeln. -sei es als Unternehmer, als Mutter oder Vater oder als Politker oder Richter.

    Erkennt: wir alle sind Kinder unserer Eltern und selber Eltern = Unternehmer, Beamte, Richter, Politiker u.a. -und wir lernen und geben weiter, was wir in unserer Kindheit erfahren haben, weil sich das Gehirn eines jeden Menschen in den ersten drei wichtigen Lebensjahren bildet (s.a. kinder-kompetenz.com).

    Es liegt bei uns allen, in was für einer Welt wir leben wollen. Wir können die Vergangenheit nicht rückgängig machen, aber wir können aus der Vergangenheit lernen und uns bei den durch unsere Fehler / Fehlverhalten geschädigten entschuldigen. Das ist auch Jahrzente später noch möglich, weil und wenn wir das Wissen damals noch nicht hatten, was uns heute zur Verfügung steht. Eine Entschuldigung beinhaltet das Anerkennen des zugefügten Leides und damit die geschädigte Würde von Mensch Tier und Natur. -dadurch lässt sich das Bewusstsein in unserer Gesellschaft insgesamt ändern und wir müssen die verbotene Wut auf die Eltern der Kindheit nicht mehr in destruktive Politik, Gier Hass und Gewalt und Kriege, also Ignoranz ausagieren und kompensieren sondern durch anerkennung der wahren individuellen Lebens- und Kindheitsgeschichte verarbeiten, mit allen dazugehörenden Emotionen von Trauer und Wut auf die Eltern und die gestohlene Kindheit. Erst danach, ist eine Entschudigung und oder Verhaltensänderung möglich, weil wir durch unsere Emotionen lernen. Wir können nur ändern was wir fühlen. Wissen alleine ändert nichts. -das haben wir uns Jahrhundertelang bewiesen, weil die Psychologischen Abwehrmechanismen das verhindern.

    Mein ganzer Internetauftritt handelt von diesen psychologischen Zusammenhängen und ich habe viele Beweise aus dem sozialen-, gesellschafltichen-, politischen Leben gesammelt, die das bestätigen. -wir erleben es jeden Tag.

    Eine andere, bessere Welt ist möglich, wenn wir all diese Zusammenhänge erkennen. Es ist ganz alleine unsere Entscheidung, wie wir mit dem vorhandenem Wissen umgehen.

    Eines muss uns allen klar sein, in allem, was wir tun:

    Ignoranz tötet.

    -und das in allen Lebenslagen, angefangen bei den eigenen Kinden (-Seelenmord), den Politikern und Unternehmer von morgen. Der Kreislauf ist zu durchbrechen, fangen wir heute, HIER und JETZT damit an. -in unserem sozialen Umfeld, in Gesellschaft und Politk, und als allerserstes: bei uns selbst (s. dazu borderlinesvideo: OHNE Empathie KEINE Demokratie!).

    „Nur eine BEWUSSTE Gesellschaft kann den Wechsel der Perspektive und der damit zusammenhängenden alten Denkmuster ermöglichen.“ (Alice Miller)

    In Solidarität
    borderline44

  9. Robo Oktober 16, 2011 um 10:30 am #

    Also eine selten dumme Erklärung. Keine Analyse, nur pauchale Schelte, undifferenziert. Mit so einer Erklärung grenzt man sich ab, von progressiven Kräften auch in Politik und Gesellschaft, die Dinge auch differenziert sehen. Man schließt lieber Verbündete aus im Namen von irgendwelchen 99% die real nicht das sind. Zudem werden hier keine Lösungen gegeben, nur gemeckert…typisch deutsch: ich bin Links wer ist mehr -Erklärung. So was von Scheiße. Ich war gestern dort und werde auch heute nachmittag kommen

  10. Karl Oktober 16, 2011 um 11:04 am #

    Solch eDemos geben Anregungen, zu diskutieren, nachzudenken und zu verfassen, was danach kommen soll.
    In welche Richtung soll es gehen? Was brauchen wir?

  11. Robo Oktober 16, 2011 um 12:12 pm #

    Anti-Berliner Erklärung: (eine erste Anmerkung)

    Wir stellen nicht nur Fragen!
    Wir wollen diskutieren und aus diesem Prozess Antworten formulieren! Dazu sind alljene eingeladen, die sich progressiv in dieser Gesellschaft verhalten und einbringen wollen.

    Eine Transformation dieser Welt ist möglich! Wir müssen diese mit offenen Augen und Ohren, mit Mut und Verstand, mit Aktion und Friedlichkeit befördern.

  12. @demolauti Oktober 16, 2011 um 2:02 pm #

    das würde ich glatt so unterschreiben,nicht nur für berlin sondernfür die ganze republik

  13. anthony Oktober 16, 2011 um 2:04 pm #

    War etwa 14:30 (16.10) am Brandenburger Tor. Polizei kontrolliert alle „verdächtigen“ Leute und schüchtert ein. So wird das nix mit dem occupy. 99% haben keine Lust auf Stress mit Ordnungshütern.

    darum mein Vorschlag:

    Occupy Berlin – Besetzt die Mitte!!!

    Die Mitte ist leer, weil die bestehenden Institutionen ihre Versprechen nicht einlösen. Das wissen inzwischen 99%! Worauf wartet die Mitte? Jede auf den anderen und wir auf uns!

    Besetzt die Mitte!

    Geographisch:
    Die Wiese, wo einst der Palast der Republik stand, symbolisiert wir kein anderer Ort in Deutschland die Ratlosigkeit der politischen Kaste. Nicht mal eine symbolische Repräsentation bekommen sie hin – Geschweige denn eine tatsächliche. Wer diesen Ort besetzt, kann ihn politisch füllen!!!

    Das Brandenburger Tor, der Reichstag, das Kanzleramt sind Scheißplätze! Sie bedeuten Stellungskrieg mit den Ordnungskräften und symbolisieren die Fixierung auf die bankrotten Institutionen Nationalstaat, Parteienstaat, Obrigkeitsstaat. Das ist weder mit Spaß verbunden noch schlau.

    Besetzt die Mitte – reclam the city
    In Sichtweite, im Roten Rathaus hat sich gerade der regierende Obermacker für die Interessen der Bau- und Immobilienmafia und gegen eine soziale Stadt entschieden.

    Politisch:
    – Reise- und Niederlassungsfreiheit von Tunis bis Rajkiavik und von Lissabon über Minsk bis Wladiwostok!! Weg mit Frontex! Dieses Regime hat schon mehr Menschen getötet als die Berliner Mauer. Keine idiotischen Sabotageakte im ÖPNV! Bürger-(S)-Bahn statt Börsenbahn.
    – Ein Europa der Menschen! Wirksame Regulierung der Finanzmärkte und einen starken Sozialstaat wird es nur mit neuen demokratischen Institutionen und einer neuen EU-Verfassung von unten geben!
    – Keine Angst vor Gedöns: Kitaplätze statt Gebärprämie, eine Schule für Alle, Studienplätze und keine Studiengebühren
    – Nie wieder Exportweltmeister – Kurzarbeit für Deutschland: 30 Wochenstunden Erwerbsarbeit sind genug.
    – …
    – …
    Die Bewegung ist klug!!!

    Besetzt die Mitte!!!

  14. Robo Oktober 16, 2011 um 6:51 pm #

    Echte Demokratie/Occupy Berlin –ein zahnloser Tiger?

    Die Bewegung „Echte Demokratie/Occupy Berlin“ hat sich im Zuge des weltweiten Aktionstages am 15.10.2011 gebildet. Man/frau hat sich auf die Fahnen geschrieben in Deutschland die Bewegung der Empörten zu etablieren. Ein sehr begrüßenswerter Ansatz. Doch nach einer 2-tägigen Beobachtung am 15. und 16.10.2011 entpuppt sich das Ganze in Berlin als zahnloser Tiger.

    Wie kommt der geneigte Beobachter zu diesem Schluss?
    1. Die Bewegung leidet in Berlin unter einer diffusen moralischen Empörung ohne dass sie ein Ziel vorweisen kann. Über die ganze Mobilisierung in typisch linken Kreisen hinaus, wurden sich anscheinend wenige Gedanken über ein tragfähiges Ziel oder einen Grundkonsens gemacht. Analyse Fehlanzeige! Dabei liegen die Themen quasi auf der Straße. Ob Banken- und Schuldenkrise, Milliardenrettungspakete und nicht legitimierte Europapolitik, es wurden vor Ort (Wiese vorm Reichstag) stundenlang Grundsatzdiskussionen über Ort, Zeit und Selbstverständnis geführt. Das stakkatohafte Vortragen von wichtigen Gedanken via Human-Mic macht die ganze Angelegenheit zwar sehr lustig, aber führt zu nichts. Holt doch einfach Megafone oder offene Mikros, man muss eben nicht alles kopieren, sondern eigene Ideen entwickeln. Jedenfalls gehen wichtige Ansätze zunehmend unter und lassen keinen roten Faden erkennen.
    2. Ein Fehler dieser Bewegung ist eine generelle Abgrenzung von politischer Verortung. Ein Wortführer (wenn es diesen denn gibt) erklärte in bestem ideologiefreien Piratensprech, man sei weder links, noch Mitte oder gar rechts. Die Frage blieb aber offen, was man oder frau denn eigentlich sei. Ich als politisch Linker halte es für einen Kardinalfehler sich nicht klar als linke Bewegung zu positionieren. Zumal sich ein Großteil junger Menschen auch links verorten würde. Links bedeutet dabei für mich für – progressiv, demokratisch und sozial. Zudem versteht sich die Bewegung (laut dem Wortführer) als nicht kompatibel mit Gewerkschaften oder etablierten (linken) Parteien. Begründung findet diese Strategie in der Angst sich vereinnahmen zu lassen. Dabei wird aber vergessen, dass es gerade diese Organisationen sind, die die „99 Prozent“ erst mit organisieren könnten. Mit einem kategorischen Anschluss von Organisationen wird die Empörung im kalten Herbst zumindest in Berlin verhallen.
    3. Die Form der Veranstaltung funktioniert nicht, da keine Organisation vorhanden ist. Diese ist als Teufelszeug verschrien. Aber ohne gewisse Organisation fehlt die Schlagkraft.
    Vor Ort konnte man/frau sich den Eindruck nicht verwehren, es handele sich um eine öffentliche Gebetsrunde, weil kaum Plakate mit Forderungen, keine artikulierten politischen Appelle oder eine gewisse kleine Organisation auf eine Bewegung hinwies. Stattdessen versank man/frau in radikal-basisdemokratischem Stimmenkanon, bei dem nebenbei das Mehrheitsprinzip verworfen werden sollte, da sonst eine Minderheit unterdrückt würde. Grundsatzdebatten über Ort, Zeit und Strategie verliefen ohne nennenswerte Ergebnisse und halbspirituelle Appelle an die Mitmenschlichkeit wärmten zwar das Herz, aber machte die Veranstaltung zunehmend langweilig. Dazwischen kam das unvermeidliche abprüfen des Stimmungsbildes.
    Einziger Lichtblick war eine Aktionen das Versammlungsgesetz zu übergehen, indem sich Dreiergruppen als spontane Versammlungen anmelden.

    Fazit: Nach 5 Stunden Besetzung auf dem Platz der Republik konnten keine Ziele, keine Organisation (=Teufelszeug) und nichts Nennenswertes beschlossen werden. Eine starke plurale Bewegung sieht anders aus. Macht euch Gedanken zu dieser Kritik.

  15. Ulfi Oktober 18, 2011 um 1:49 pm #

    Wer hat diese Erklärung eigentlich verabschiedet?

  16. Sulamith Oktober 18, 2011 um 10:30 pm #

    Ich habe es satt für Ehrlichkeit, Natürlichkeit, für Lust und Gebefreundlichkeit dauernd in den Arsch getreten zu werden, vom Amt als letzter Assi belächelt und von allen Stinktieren ausgenutzt zu werden. Von denen, die keinen Bock haben, sich die Hände schmutzig zu machen.
    Es lebe die Revolution! Es lebe occupy berlin – auf das es gedeihe und Früchte trägt!

    • Test Oktober 19, 2011 um 1:17 am #

      @anthony – Der Platz vorm Bundestag, ist schon Ok – und hat für mein Empfinden eine größere Symbolische Bedeutung ! – vor allem da es nicht primär um Berliner Politik geht, sondern eher um Regierende und Lobbyisten…

      @Robo – gebe der Sache ein bisschen mehr Zeit !

      – es gibt halt ganz verschiedene Tendenzen – und ich z.b. (nur von mir kann ich sprechen) glaube auch nicht das das ganze bisher dazu dient – Forderungslisten – von Attac, Linken, SDS, etc… – zu übernehmen – und das dann einfach zu fordern… – auch wird eine Zusammenarbeit mit Organisationen und Parteien, nicht ausgeschlossen – aber es wird überlegt wie es möglich ist, sich nicht vereinnahmen zu lassen…

      Die Leute in Frankfurt haben zum Beispiel – zwar theorethisch sehr viele Inhalte – aber dann haben sie auch nen menge „Verschwörungstheorie“ dabei… – und was davon jetzt stimmt (lässt sich nicht mal eben so überprüfen) – und ist teilweise auch schon Ideologisch vereinnahmt…

      Viele Teilnehmer wissen sehr wohl, wie sie politisch stehen, – und haben Ideen, für viele Punkte der Gesellschaft – sobald es entsprechende Arbeitsgruppen, gibt – können sich diese dann auch einbringen… – und ja, es sind keine großen Fortschritte die gemacht werden, – es wird eher grade noch geübt… – aber solange, die Gruppe (wechselnder Menschen), noch nicht in der Lage ist – einfache Entscheidungen schnell zu treffen, – und „störer / nervensägen“ – charmant zum schweigen zu bringen, – solange ist es auch gut, das nicht über alternative Geldsysteme wie z.b. den Wörgeldollar, etc… disskutiert wird !

      siehe z.b. den Kommentar von Sulamith, – die 911 Diskussion, die ich war dabei Geschichen etc… – aber es soll prinzipiell auch niemand ausgegrenzt werden… – wobei sich das auch ändern könnte…

      – also als Beispiel: – wenn jetzt 100 Leute kommen, die alle nur nach dem Motto reden: Also die da Oben, was die so gemacht haben, ja das geht nicht… etc… (sprich Bildzeitungsniveau) – dann wird (denke ich) schon angefangen auszugrenzen… – falls nicht wäre ich weg, weil ich mir selbst nur eine bestimmte Menge „Mist“ anhören kann…
      200 mal es lebe die Revolution, blablabla anzuhören, wo noch nicht ein einziger Inhaltlicher Punkt geklärt ist, – finde ich jedenfalls anstrengend…

      Das ist halt einigen noch nicht bewusst, – daß wenn wirklich 99% da sein würden, – das 80% derer auf Djungelcampniveau argumentieren (sofern man das so nennen kann) würden…

      • Sulamith Oktober 19, 2011 um 8:09 pm #

        @ Test: Danke für deine charmante Bewertung….

      • Test Oktober 20, 2011 um 11:09 am #

        @Sulamith

        – Ist/war nicht böse gemeint… – Dein Kommentar enhält halt wenig sachliches, – obwohl Gefühle ja auch zum Ausdruck kommen sollen…

        Aber dieses „Es Lebe die Revolution“… – Wenn man „Kulturell“ davorhängt, – ist es Ok… – ansonsten verschreckt es viele Menschen – weil das Wort, Historisch gesehen gewaltbehaftet ist… – und schliesslich ist es ja nicht das Ziel, – Leute zu verschrecken, und Gewalt zu üben, – sondern das Gegenteil: Also Menschen dazu einladen teilzuhaben, an einem Dialog aller…

        – Schöner als Revolution wäre daher das Wort: Veränderung… – das trifft auch eher das was sich viele Menschen (meiner Meinung nach) wünschen… – Sie wollen friedliche Veränderungen – ohne Revolution…

  17. Sulamith Oktober 20, 2011 um 7:35 pm #

    @Test: okay. Ich hatte nur das Gefühl, als ob nun alles hochintellektuell sein muss und man für eine kleine emotionale Eskapade gleich als Bildzeitungsniveauleser abgestempelt wird. Und das hätte ich anmaßend gefunden, da du mich ja nichts kennst. Ich finde übrigens nicht, dass man nun nicht mehr im Zusammenhang mit #occupy das Wort Revolution benutzen sollte. Zum einen bezeichnet es ja erst einmal nur einen Vorgang und nicht die Art und Weise dessen und zum anderen gibt es ja auch, wenn leider viel zu selten, friedliche Revolutionen…😉 PS: ich persönlich habe auch nicht das gringste Interesse an Gewaltanwendungen und dergleichen. Nun denn: auf weitere revolutionäre und verändernde Gedanken im „Multilog“.

  18. gustav Oktober 21, 2011 um 4:44 pm #

    @Verfasser: wer hat sie bitte verfasst bzw. verabschiedet? Und diese dann auf der „ZENTRALEN Seite DER BERLINER ?BEWEGUNG?_EN“ gepackt??

    Denn ich fände es gut wenn Einwände wie das „Gendern“ nicht bloß von irgendwelchen (dem Namen zu folge Biologischen Männern) blöd kommentiert werden sondern tatsächlich die Gleichheit der Menschen zumindest in Text und Sprache verdeutlicht wird.

    Zudem finde ich es Kritisch von „gewissen Gruppen unserer Gesellschaft“ zu sprechen. Sie lassen nicht nur viel Raum für eine sehr breite Interpretation viel mehr bieten sie im unteren abschnitt in dem dann von „Politiker,Parteien und Konzerne“ die Rede ist, die Möglichkeit konkreter Hassbilder auf „gewissen Gruppen unserer Gesellschaft“.

    Natürlich darf sich keine_r hinter seiner_ihrer Position verstecken, jede_r hat Verantwortung für das was sie_er tun, doch müssen wir auch immer fragen warum sie_er es tun. Denn hier zeigt sich meines erachten das viele gar nicht anders können.
    Was ist denn wenn der Konzern nicht sein Lohnabhängigen gut bezahlt? Ist er der Einzige der das in der Branche macht, dann geht er pleite. Was ist denn wenn die Bank nicht an irgendwelchen Spekulationen teilnimmt bei denen sie gar nicht wissen was sie kaufen_verkaufen, worin sie sich (ver)spekulieren. Ja dann sind ihre Gewinnerwartungen geringer als bei der Konkurrenz und dann?…. Hier muss sich etwas verändern, da hilft kein fragen, welches fast wieder das Verhältnis von oben und unten reproduziert, von Wissen und Unwissen, Politik und Volk, Herrscher und Beherrschten, von Arbeitgeber und Lohnabhängigen, von Macht und Ohnmacht, von Kapital und Arbeit.
    Aber doch es ist ein größerer Schritt als ich es vielleicht hier da stelle, denn es ist der erste Schritt heraus aus dem Verhältnis von Macht und Ohnmacht. Es ist der erste Schritt nicht länger bloß die gepriesenen Lösungen zu konsumieren.
    Es ist aber auch ein Schritt des Dialoges. Ein Dialog mit jenen die uns alle 4 Jahre neue Lügen auftischen. Ein Dialog mit jenen die vor 2007 dafür gesorgt haben das es uns vielleicht relativ gut geht, doch das dank einer Dauerkrise im Globalen Süden.

    Es ist wichtig diese Fragen zu stellen und vor allem nicht nur diese. Es ist aber wichtiger das wir diese alten Machtgefüge aufbrechen, uns selber diese Fragen stellen und sie selber beantworten! Denn es geht hier meiner Meinung nach nicht bloß um „gewisse soziale Gruppen“ für mich geht es darum sich mit der Hierarchie und Machtverteilung auseinander zu setzen und das hört nicht bei „Politiker,Parteien und Konzerne“ auf sondern fängt dort an.

    Um diese Machtgefüge aufzubrechen sollten wir uns diese Fragen selbst stellen.
    Mit der Gefahr ausnahmsweise mal NEUE Antworten zu bekommen und dann uns selber mit den daraus resultierenden Problemen zu beschäftigen.
    Doch lass uns nie vergessen das wir genügend Köpfe haben um darüber nach zu denken, das wir genügend Schultern haben um die Verantwortung gleichmäßig zu verteilen und die lasten zu tragen.

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  1. Nusquam › ,,Berliner Manifest” der Occupy-Bewegung: Alberner Aufguß linker Befindlichkeit - Oktober 17, 2011

    […] Selbstzeugnisse der Occupisten gehen. In der Tat gibt es ein solches Dokument, das unter dem Namen ,,Berliner Erklärung” im Netz zu finden ist und wir wollen uns diesem in ähnlicher Weise nähren, wie das Ende Mai im Falle der ,,Spanish […]

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